BMFSFJ-Staatssekretär Josef Hecken und der polnische Vizeminister Krzysztof Stanowski aus dem Ministerium für Nationale Bildung überreichen den Deutsch-Polnischen Jugendpreis, am 28. Januar 2010 in Wrocław/Breslau.
Warschau/Potsdam, 27.01.2010
Dass Geschichte durchaus spannend sein kann und nicht immer langweilig und trocken daher kommt, haben Jugendliche aus Deutschland und Polen bewiesen, als sie ihr gemeinsames Projekt mit dem Titel "Geschichte zum Anfassen" organisiert haben. Für ihre aktive Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Geschichte werden sie am morgigen Donnerstag vom Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Josef Hecken, und seinem polnischen Amtskollegen aus dem Ministerium für Nationale Bildung, Krzysztof Stanowski, mit dem Deutsch-Polnischen Jugendpreis ausgezeichnet. Neben ihnen erhalten noch weitere Jugendliche aus Polen, Deutschland, Bosnien-Herzegowina und der Ukraine den Preis.
Alle drei Jahre verleiht das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) den Jugendpreis für die interessantesten deutsch-polnischen und trilateralen Projekte zu einem bestimmten Thema. 2009 gaben die zahlreichen historischen Gedenktage den thematischen Rahmen vor. "Erinnerung bewahren" war das Motto des nun vergebenen Jugendpreises, für den sich 59 Projekte beworben hatten. Fünf wurden ausgewählt und erhalten am morgigen Donnerstag, 28. Januar, in Wrocław (Breslau), die Auszeichnung
In der Kategorie Schulaustausch erhält das deutsch-polnisch-bosnische Projekt „Freund oder Feind" den Deutsch-Polnischen Jugendpreis. Die Schüler aus dem niedersächsischen Syke, Toruń (Thorn) und aus Sarajevo analysierten während einer Jugendbegegnung Filme, die über die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in den 80er und 90er Jahren in ihren jeweiligen Ländern berichten. Nach vielen Diskussionen und Gesprächen entstand ihr eigener Film, der jungen Menschen helfen soll, die jüngsten Ereignisse in Europa und ihre Bedeutung besser zu verstehen
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte haben auch die Jugendlichen gewählt, die den Deutsch-Polnischen Jugendpreis in der Kategorie Außerschulischer Jugendaustausch gewonnen haben. Ihr Thema war "Tätersprache-Opfersprache", der sie sich mit Hilfe von Lyrik und Prosa genähert haben. Während einer Schreibwerkstatt im April 2009 in Oświęcim (Auschwitz) haben sie die Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau aus der Perspektive der Sprache im Konzentrationslager untersucht und 28 eigene literarische Texte verfasst. Einige dieser Texte werden, wie die Ergebnisse der anderen Preisträger, während der Preisverleihung vorgestellt.
"Ohne die Kenntnis der Vergangenheit kann man die Gegenwart nicht verstehen. Deswegen ist es für das DPJW immer wichtig, wenn sich Jugendliche aus Deutschland und Polen bei ihren Begegnungen auch mit ihrer gemeinsamen Geschichte auseinander setzen", erläutert der DPJW-Geschäftsführer (Büro Warschau), Paweł Moras, die Themenwahl des Jugendpreises. "Beeindruckt war die Jury vom Engagement der Jugendlichen, von der Bandbreite außergewöhnlicher Präsentationsformen wie Theaterszenen, Comics, Lyrik oder einer lebendigen Ausstellungsform, wie auch von der Tatsache, dass einige trilaterale Projekte am Wettbewerb teilnahmen", fügt er hinzu.
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