Potsdam/ Warschau 25.06.2010. Mit den sinkenden Pegelständen an Weichsel und Oder sind die Bilder von den überschwemmten Dörfern in Polen aus den Medien verschwunden. Allein für die Opfer der verheerenden Flut hält der Ausnahmezustand an - viele Häuser sind noch nicht wieder bewohnbar, Schulen und Jugendeinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) bietet in dieser Situation seine Hilfe an: Bis Ende August vermittelt es Gastgeber für polnische Kinder- und Jugendgruppen und fördert Projekte im Rahmen der Hochwasserhilfe zu deutlich verbesserten Konditionen - auch wenn es keine deutsche Partnergruppe gibt.
Von der Resonanz auf die Hilfsaktion war das DPJW überrascht. „Wir haben mittlerweile rund 2900 Plätze in deutschen Familien, Vereinen, Schulen und Begegnungsstätten angeboten bekommen", freut sich der Potsdamer DPJW-Geschäftsführer Stephan Erb. „Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, die Vermittlung von polnischen Gästen aus den Hochwassergebieten, denn im Moment haben wir noch deutlich mehr Angebote von Gastgebern als wir polnische Interessenten haben", ergänzt sein Warschauer Amtskollege Paweł Moras.
Bis zum Ende der polnischen Sommerferien, also bis Ende August, vermittelt das Jugendwerk deutsche Unterkünfte, Projektwochen oder Feriencamps für junge polnische Hochwasseropfer. Nicht alle Jugendbegegnungen benötigen die Vermittlung des DPJW. Einige deutsche Gastgeber sind bereits selbst aktiv geworden, haben unverzüglich ihren polnischen Partnern aus den Überschwemmungsgebieten Unterstützung angeboten.
Für sie bietet das Jugendwerk die gesonderte Förderung im Rahmen der Hochwasserhilfe. Ausnahmsweise fördert das DPJW auch Begegnungen, die ohne deutsche Partnergruppe stattfinden. Die Gastgeber in Deutschland und die Gäste aus Polen dürfen mit deutlich verbesserten Förderbedingungen im Vergleich zur üblichen DPJW-Förderung rechnen.
Die ersten polnischen Jugendgruppen sind mittlerweile bei ihren deutschen Gastgebern eingetroffen, weitere folgen im Juli und August, wenn die Ferienzeit beginnt. Für das Jugendwerk ist diese Hilfsaktion kein Neuland. Schon bei den Hochwassern 1997, 2001 und 2002 hatte es diese Unterstützung angeboten und gute Erfahrungen damit gemacht. Jährlich fördert das Deutsch-Polnische Jugendwerk rund 3200 Begegnungen junger Deutscher und Polen. Seit Gründung des DPJW haben bereits mehr als zwei Millionen Jugendliche aus beiden Ländern an den Projekten teilgenommen.
Deutsch-Polnisches Jugendwerk
Anke Papenbrock
e-Mail: anke.papenbrock[at]dpjw.org
Tel. +49331-28479-16
Nähere Informationen zur DPJW-Hilfsaktion für Hochwasseropfer finden Sie in der Rubrik News & Projekte /Nachrichten.